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Heizen mit Erdwärme
Die Wärmepumpentechnik ist ausgereift. Sie ist umweltfreundlich, höchst effizient und in den Kosten annähernd vergleichbar mit herkömmlichen Heizsystemen auf Gas- oder Ölbasis. Bekanntlich entspricht der Kreisprozeß einer Wärmepumpe thermodynamisch dem eines Kühlschrankes, wobei die Wärmezufuhr im Verdampfer (Wärmequelle) sowie die Wärmeabgabe im Verflüssiger (Heizungswasser) in der Regel auf einem höheren Temperaturniveau erfolgen und die Wärme - nicht die Kälte - genutzt wird. Dabei wird das Arbeitsmittel, auch Kältemittel genannt, eine schon bei niedrigen Temperaturen siedende Flüssigkeit, in einem Kreislauf geführt und dabei nacheinander verdampft, verdichtet, verflüssigt und entspannt. Dabei sollte nicht unerwähnt bleiben, daß dieses hervorragende thermodynamische Verfahren an der Kälteerzeugung im häuslichen Bereich zu nahezu 100 % beteiligt ist, an der Erzeugung von Raumwärme dagegen in Deutschland zu weniger als 2 %. Die Nutzung des Erdreichs als Wärmequelle mit Hilfe von horizontalen Flachkollektoren und vertikalen Erdsonden hat in den letzten Jahren ständig an Bedeutung gewonnen. So wurden fast 60 % der 1998 installierten Wärmepumpen monovalent mit der Wärmequelle Erdreich ausgestattet. Da bei Neubauten aus Platzgründen horizontal verlegte Wärmeerzeuger oft nicht möglich sind, werden heute zunehmend vertikale Erdsonden mit Tiefen von 30 bis 100 m eingesetzt. Die Außenluft bietet sich als überall verfügbare, leicht nutzbare und preiswerteste Wärmequelle für Wärmepumpen an. Auf Grund der jahreszeitlich unterschiedlichen Außentemperaturen wurde ihre Nutzung bisher in der Regel mit einem weiteren Wärmeerzeuger kombiniert (bivalente oder monoenergetische Systeme). Beim Einbau werden einer monovalenten Wärmepumpe in einem Neubau die Investitionskosten vor allem durch die Erschließungskosten der Wärmequelle geprägt. Da die Kosten für eine Kesselanlage, Schornstein und Brennstofflager bzw. Gasanschluß entfallen, sind bei optimaler Auslegung der Gesamtanlage nur geringe Mehrkosten gegenüber einer Brennstoffheizung zu erwarten, die jedoch durch geringere verbrauchsgebundene Kosten bei entsprechender Amortisationszeit mehr als kompensiert werden. So bieten gegenwärtig rund 250 EVUs und Stadtwerke Sondertarife für elektrische Wärmepumpen an.
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